DLRG Ortenau gibt Tipps für sicheres Baden
[Mittwoch, 24. August 2011]
Tipps für sicheres Baden
Mit Beginn des schönen Sommerwetters herrscht Hochbetrieb an den Badeseen und Freibädern im Ortenaukreis. Das die bei den heißen Temperaturen willkommene Abkühlung aber auch gefährlich sein kann, zeigen die tragischen Ertrinkungsfälle vom vergangenen Wochenende und am Montag. Im Altenheimer Wacholdersee ist das Ertrinken eines Mannes gerade noch rechtzeitig von Badegästen bemerkt worden. Er konnte an die Wasseroberfläche und an Land gezogen und dort erfolgreich reanimiert werden. Er wurde im kritischen Zustand in eine Klinik geflogen.
Weniger Glück hatte ein 12- jährige Junge am Montagabend im Petersee bei Achern. Obwohl auch er zunächst erfolgreich reanimiert werden konnte, verstarb der Nichtschwimmer kurze Zeit darauf im Klinikum.
Auch an anderen Gewässern im Kreis haben die ehrenamtlichen Retter der DLRG derzeit Hochkonjunktur.
"Das heiße Wetter macht viele Menschen leichtsinnig. Sie ignorieren die einfachsten Bade- und Sicherheitsregeln. Übermut und Selbstüberschätzung sind die häufigsten Unfallursachen im und am Wasser, ältere Menschen eingeschlossen", beschreibt DLRG-Einsatzleiter Fred Hugle die aktuelle Lage an den Badestellen. Die Meteorologen haben auch für das kommende Wochenende hochsommerliche Temperaturen angekündigt. Die Hitze bleibt. Strände und Bäder erwarten einen rekordverdächtigen Besucheransturm.
Das sollten Badegäste und Wassersportler im und am Wasser unbedingt beachten:
Unbewachte Badestellen bergen hohe Risiken. "Die Gefahr, dort zu ertrinken ist um ein Vielfaches höher, als an von Rettungsschwimmern bewachten Badestellen", warnt Hugle Die Statistik der DLRG belegt diesen Sachverhalt: Allein im vergangenen Jahr ertranken in Seen und Flüssen 349 Menschen.
- Nur an bewachten Badestellen und nur zu den offiziell bekannt gegebenen Zeiten schwimmen gehen, heißt die wichtigste Regel der Lebensretter. Jeder Schwimmer sollte sich vor dem Bad in einem unbekannten Gewässer bei Ortskundigen über mögliche Gefahren wie Strömungen, Wassertiefe, Brücken und Schiffsverkehr informieren.
- Vorsicht auch bei fließenden Gewässern: In Flüssen gibt es starke, oft unerwartete Strömungen und überraschende Untiefen. Schwimmen Sie daher in Flüssen nur, wenn Sie fit sind und über eine gute Kondition verfügen.
- Überschätzen Sie nicht Ihre eigene Leistungsfähigkeit. Gehen Sie stets vorsichtig ins Wasser. Ein eleganter Sprung führt leicht zu schmerzhaften Verletzungen oder sogar Schlimmerem.
- Benutzen Sie nur frei zugängliche und gut einsehbare Stellen. Meiden Sie steinige und bewachsene Uferzonen, geschützte Gebiete, Schilfgürtel, Brut- und Laichgebiete.
- Auch Brückenpfeiler stellen eine Gefahr dar. Die unter Wasser befindlichen Sockel sind nicht zu unterschätzende Hindernisse. Sie verändern die Strömungsverhältnisse (Sogwirkung). Gleiches gilt für Buhnenfelder, Häfen, Wehre, Schleusen, Industrieanlagen, Spundwände und Fahrrinnen der Schiffe. Umschwimmen Sie diese Bereiche weiträumig.
- Achten Sie beim Schwimmen sorgfältig auf Treibgut und Unterwasserhindernisse wie entsorgte Fahrräder.
- In Flussabschnitten mit Gezeitenströmung verstärkt diese zum Teil die normale Flussströmung erheblich. Bei ersten Anzeichen von Erschöpfung sollten Sie sofort mit der Strömung und nie dagegen ans Ufer schwimmen. Sandbänke und Flachwasserbereiche sind im Falle der Erschöpfung wichtige Zufluchtsorte.
- Grundsätzlich gilt: Schwimmen Sie nie alleine und bleiben Sie nicht zu lange im Wasser.
- Flusswasser und Baggerseen erwärmen sich nicht so stark, wie Wasser in flacheren Seen oder Bädern. Beachten Sie daher die Gefahr einer Unterkühlung.
- Bei Baggerseen stellen die hohen Abbruchkanten eine besondere Gefahr dar. Es kann schnell passieren, dass der weiche Sand an den Kanten nachgibt und in großen Massen in den Baggersee rutscht und dabei die Schwimmer unter sich begräbt.
- Machen Sie keine Extratouren. Denken Sie daran: Wenn Sie alleine baden, kann Ihnen bei einem Unfall niemand helfen oder Hilfe holen.
- Kühlen Sie sich langsam ab, bevor sie ganz ins Wasser gehen.
- Niemals unter Alkoholeinwirkung ins Wasser gehen.
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